Seit wann fährst du für die nordbahn durch den Norden?
Mein erster Einsatz war 2025 auf der Kieler Woche. Da durfte ich gleich alles ausprobieren: Lautsprecheransagen am Bahnhof, Beatboxing im Zug, im Führerstand mitfahren und Fahrgäste interviewen. Das hat richtig Spaß gemacht. Mittlerweile war ich schon an vielen Orten in Schleswig-Holstein.
Wie wählt ihr die Orte für deine Reportagen aus?
Im Erlebnisfinder auf nordbahn.de gibt es mehr als 170 Ausflugstipps und da suchen wir uns immer etwas Spannendes aus. Vom Hochseilgarten über Aufzuchtstationen von Eichhörnchen bis zum Festival.
Wie groß ist das Team, mit dem du losziehst?
Meistens sind wir drei oder vier: einer für die Kamera, einer für den Ton, manchmal kommt noch ein Redakteur mit. Ich bin kein Influencer, der allein mit seinem Handy durch die Gegend fährt!
Und wie läuft so ein Drehtag ab?
Im Vorfeld machen wir einen Plan und verabreden uns mit den Interviewpartnern. Und dann fahren wir morgens mit einem groben Zeitplan los und am Abend ist das Ergebnis da.

Wie viel Arbeit steckt in den Reportagen?
Es ist krass viel Aufwand: Ein Drehtag geht meist sechs bis acht Stunden, manchmal sogar zehn. Davor die Recherche und im Nachhinein der Schnitt und die Postproduktion. Und das alles für ein 100-Sekunden-Video!
So viel Arbeit und dann muss fast alles weggeschnitten werden.
Das ist immer sehr schade. Ich würde gern auch längere Videos drehen. Ein Kurzfilm als Teaser, und wer mehr Details haben will, für den gibt es das volle Video mit 14 Minuten zum Beispiel. Aber dafür brauchen die User Geduld – und die ist in den sozialen Medien oft nicht vorhanden.
Bei dem Video zum Nena-Konzert fliegst du mit roten Ballons davon. Verrätst du den Trick dahinter?
Den haben wir lange geübt, dafür hatten wir gute Kontakte zur Heliumbranche (lacht). Nein, das war KI. Der Kameramann stand ganz dicht hinter mir und hat von oben herab gefilmt, so dass man meine Fußspitzen mit den Gummistiefeln sieht, das Watt und wie ich dann hochspringe. Den Rest hat die KI übernommen.
Welcher Dreh hat dich am meisten beeindruckt?
Sie waren alle total unterschiedlich, aber die Karl-May-Spiele waren mega. Hinter den Kulissen zu sein, fand ich super. Und es gab so viel zu sehen und so viele tolle Menschen, die coole Sachen erzählt haben. Super interessant und witzig. Vielleicht bewerbe ich mich nächstes Jahr als Komparse!

Kinder, Cowboys, Seemänner: Du kriegst alle vor die Kamera. Was ist dein Geheimnis?
Mir sind alle Menschen wichtig. Wenn ich merke, dass sich jemand unwohl fühlt, unterbreche ich den Dreh und wir reden erstmal ohne Kamera. Ich höre den Leuten zu. Ich quatsche extrem viel – aber ich kann auch meinen Sabbel halten.
Vor der Kamera musst du immer gute Laune haben. Wie gelingt dir das?
Ich bin tatsächlich meistens gut drauf. Auch als ich noch Morning Shows moderiert habe und um fünf Uhr „Guten Morgen, Hamburg“ ins Mikro rufen musste. Na klar, ich brauchte paar Minuten, um wach zu werden. Aber dann hatte ich Bock, vor den Menschen aufzuwachen und ihren Alltag zu begleiten. Und jetzt ist es genauso: Die Videos bei der Nordbahn sollen ja Spaß machen und es gibt keinen Grund, warum ich nicht fröhlich bin. Ich freue ich mich auf unsere Reiseziele und die Gesprächspartner, deshalb muss ich mich auch nicht verstellen.
Was schätzt du an der nordbahn?
Man merkt einfach, dass es eine Regionalbahn ist. Sie kommt nicht aus München, fährt vorbei an Hannover und erreicht dann irgendwann den Norden, sondern sie fährt hier oben immer hin und her und befördert die Menschen aus der Region von A nach B. Ich mag es, wie die Menschen in der nordbahn miteinander umgehen. Was ich auch mega finde: die Bedarfshaltestellen. Das ist wie im Bus: Wenn du sagst, nächster Ausstieg deiner, dann drückst du einen Knopf und der Fahrer hält an der nächsten Station an. Nur für dich.
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